Sitzt der Vater mit dem Sohn
in der dämmerfahlen Stube,
schaut ihn an, spricht keinen Ton.
Hu! – Es zittert bang der Bube.
Gleich wird Schluss sein;
doch – es muss sein!


„Bring ein Messer!“ würgt er tonlos
endlich vor. „Doch – dass es tauge!“
Und dabei starrt er den Sohn groß
an mit glasig trübem Auge.
Gleich wird Schluss sein;
doch – es muss sein!


„Nimm die Kerze in die Linke!
In der Rechten halt das Messer!
Heb` es höher, dass es blinke!
So seh` ich`s im Keller besser!“
Gleich wird Schluss sein;

doch – es muss sein!


Und sie schleichen aus der Stube.
Vorneweg mit Dolch und Leuchter
wankt der zitterbange Bube;
von der Stirn perlt`s feucht und feuchter.
Gleich wird Schluss sein;
doch – es muss sein!


Dunkle Treppen geht`s hinunter,
dann durch einen finst`ren Gang.
Schwarze Schatten huschen munter
an der Kellerwand entlang.
Gleich wird Schluss sein;
doch – es muss sein!


In der letzten Kammer spricht
kalt der Vater: „Leuchte besser,
denn im Dunkel seh` ich nicht!
So ist`s gut! – Jetzt reich das Messer!“
Gleich wird Schluss sein;
doch – es muss sein!


Und der Vater zückt den Stahl,
dass die blanken Schneiden blinken,
und – stößt zu!
Im Räuchersaal
schnitt ab den letzten Schinken.
Thomas Burger